Familienunternehmen im QUL: regional und nachhaltig unterwegs

Die Corona-Krise könnte unsere Wirtschaft und unseren Konsum grundlegend verändern: weg von einem störanfälligen, globalen Wirtschaftssystem hin zu mehr Regionalität und Nachhaltigkeit. Schon jetzt sind vor allem Familienbetriebe oftmals Vorreiter: Sie sind regional gut verankert und denken eher an zukünftige Generationen als nur an ihre Quartalszahlen. Auch unter den Mitgliedern des Qualitätsverbands umweltverträgliche Latexmatratzen e.V. (QUL) befinden sich mehrere Familienbetriebe – einige von Ihnen existieren schon seit fast 100 Jahren. Wie sehen die QUL-Mitglieder die Themen Regionalität und Nachhaltigkeit? Was sind die Vor- und Nachteile eines Familienunternehmens? Das wollte der QUL im Rahmen einer aktuellen Umfrage von seinen Mitgliedern wissen.

Freiburg, 23.09.2020

Einen der großen Vorteile eines Familienunternehmens sehen die befragten QUL-Mitglieder übereinstimmend darin, flexibel handeln und schnell Entscheidungen treffen zu können. Außerdem existiert eine langfristige Perspektive – Erfahrungen werden von Generation zu Generation weitergetragen. Dass eine besondere Bindung zu den Mitarbeitern besteht, findet die Familie Stieneker von der Karlsruher Matratzen-Fabrik: Das Vertrauen zwischen Firmeninhabern und Mitarbeitern ist hoch und oftmals bleiben die Mitarbeiter auch sehr lange dem Unternehmen treu. Eine starke Unternehmenskultur und eine hohe Mitarbeiterbindung sieht auch das österreichische Familienunternehmen RELAX Natürlich Wohnen GmbH als Vorteil der Unternehmensform, weitere Pluspunkte sind eine hohe Produktqualität, gute Marktkenntnisse und Innovation.

Die Familien der Inhaber sind naturgemäß stark in den Betrieb eingebunden – das kann Vor- und Nachteile mit sich bringen: Konflikte in der Familie können sich direkt auf den Betrieb auswirken. Und wenn zugleich mehrere Familienangehörige im Unternehmen tätig sind, können wirtschaftlich schlechte Zeiten alle gleichermaßen in ihrer Existenz bedrohen. Aber es gibt auch positive Aspekte der engen Verknüpfung von Familie und Betrieb: Familienunternehmen können den Zusammenhalt der Familie stärken und ermöglichen es, die Zukunft aus familieneigenen Kräften heraus zu sichern.

Regionalität und Nachhaltigkeit

Die befragten Betriebe sind regional gut eingebunden: Sie bevorzugen Lieferanten aus der Umgebung und damit kurze Transportwege. „Regionalität“ wird dabei aber durchaus unterschiedlich interpretiert: So versteht der österreichische Versandhändler Grüne Erde GmbH darunter die DACH-Region. Der Familienbetrieb ELZA GmbH & Co. KG versucht, Materialien so nah wie möglich einzukaufen – von Lieferanten im eigenen Bundesland, über deutsche bis hin zu europäischen Unternehmen. ÖkoControl – der Verband ökologischer Einrichtungshäuser – findet, dass sich neben den positiven ökologischen Aspekten regionale Produkte auch in wirtschaftlicher Hinsicht günstig auf das Umfeld auswirken. Eine wirtschaftlich starke Region ist eher bereit, in Infrastruktur, Bildung und Kultur zu investieren. Das wiederum kommt auch dem eigenen Betrieb und der Familie zu Gute.

Familienbetriebe sind per se auf Nachhaltigkeit fokussiert – sie haben künftige Generationen unmittelbar im Blick. So arbeiten sie ressourcenschonend, um die Umwelt zu schonen, aber auch um die Lebensgrundlagen ihrer Kinder und Enkel zu erhalten. Alle befragten Betriebe legen Wert auf langlebige Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen – dazu zählt beispielsweise Naturlatex, der aus dem Milchsaft von Kautschukbäumen gewonnen wird. Auch die Minimierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs steht im Fokus: So erzeugt beispielsweise das belgische Familienunternehmen Latexco einen Großteil seines benötigten Stroms mit Hilfe einer firmeneigenen Photovoltaikanlage und verwendet 90 % des Abwassers wieder.

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